21.02.2018
Protest gegen AfD, erstes Urteil 1200 Euro

Protest gegen AfD – Wegtragen lassen kostet 1200 Euro – mit KOMMENTAR

Johannes Dörrenbächer hatte gegen die AfD protestiert, saß auf der Straße und ließ sich wegtragen. Gestern wurde das Verfahren vor dem Amtsgericht gegen eine Zahlung von 1200 Euro an das Kinderhospiz eingestellt. Was zunächst unverständlich klingt, dass nämlich auf einen friedlichen zivilen Protest eine Anzeige und einen solchen Richterspruch folgt, hat eine juristische Begründung: Der Sozialarbeiter bei Fiftyfifty, der mit DSSQ (Düsseldorf stellt sich quer) gegen die AfD protestierte, habe sich bei einem Sitznachbarn eingehakt und damit aktiven „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“, also die Polizei, ausgeübt. Dörrenbacher und zwei weitere auf ihre Verhandlung wartende erhielten inzwischen wie berichtet, Solidarität von Kultur und auch dem Freundeskreis der Mahn- und Gedenkstätte.
19.02.2018
Spende und Unterstützung für Zivilcourage – 1000 Euro für Prozesskosten

Spende und Unterstützung für Zivilcourage von Kulturschaffenden, Mahn-und Gedenkstätte und Sozialwissenschaften der Hochschule

Der Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte, Schauspielhaus, Bürgerbühne, und der Dekan der Sozialwissenschaften an der Hochschule Düsseldorf, das Zakk – sie alle unterstützen mit einem Scheck über 1000 Euro die Angeklagten, die wegen eines Protest gegen die AfD vor Gericht stehen. Der Scheck an DSSQ (Düsseldorf stellt sich quer) dient zur Abfederung der Prozesskosten. Gesammelt wurde beim Edelweißpiratenfestival – das im Zakk alljährlich an die jugendlichen Widerstandskämpfer_innen gegen die Nazis erinnert.
15.02.2018
Prozess gegen AfD-Protest

Solidarisierung gegen Kriminalisierung von Protest gegen Rechtsaußen: Ex-Vorstand der GEW protestierte gegen AfD und steht vor Gericht

„Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand“, heißt das Sprichwort. Aber auf hoher See kann ein kundiger Skipper zumindest durch seine Kenntnisse und Seemannschaft einen Sturm von rechts abwettern. Vor Gericht musste jetzt ein langjähriges Vorstandsmitglied der GEW und engagierter Demokrat vor Gericht erscheinen: Er habe gegen das Versammlungsgesetz verstoßen und sollte, so die Staatsanwaltschaft, deswegen 1500 Euro Geldstrafe zahlen. Kaspar Michels hatte vor dem Maxhaus am 11. April 2017 gegen eine Podiumsdiskussion demonstriert, bei der auch ein AfD-Vertreter geladen war. Michels hielt ein Schild hoch: „Die AfD ist in Düsseldorf nicht willkommen.“ Es ist nicht die einzige Verfolgung von Bürgern, die gegen die AfD protestierten, eine Partei, in der zunehmend rassistische, strafrechtlich relevante und Neonazi-Parolen verbreitet werden. Die GEW Düsseldorf, unterstützt von Verdi, wendet sich scharf dagegen, dass Zivilcourage kriminalisiert werde.
09.02.2018
Die Koalitionsvereinbarungen in der kritischen Analyse

Die GroKo Papers – eine erste Analyse und Kritik der Koalitionsvereinbarungen

Um abzuschätzen, welche Zukunftsperspektiven in den Groko Papers liegen, listen wir zunächst mal die drängendsten Probleme der Gesellschaft in den nächsten 10 bis 20 Jahren auf. Als da sind: Digitalisierung und der Verlust von rund 10 Millionen Jobs in den kommenden Jahren. Digitalisierungs-Defizit in der Vernetzung weiter Landstriche und ebenso langsames Internet in Städten. Ein nicht nur drohende, sondern bereits vorhandene Altersarmut, die auch durch Billiglöhne und die geringen Renten von Frauen entsteht. Mieten, die fast unbezahlbar sind, kaum freie Grundstücke zum Bau von Wohnungen in den Städten, und Millionen fehlende Sozialwohnungen. Eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich. Eine Entdemokratisierung, weil sich immer weniger Menschen mit der Demokratie identifizieren und sich von den großen Parteien abwenden. Ein Bildungssystem, das Kinder schon in der vierten Klasse aussortiert und in dem Kinder aus ärmeren Familien kaum Chancen haben etwa auf Uni oder hochklassifizierte Arbeit.
22.12.2017
Arbeitsplätze Flughafen der Klüh-Mitarbeiter-innen gesichert

AKTUELL: Arbeitsplätze Flughafen der Klüh-Mitarbeiter-innen gesichert

Die Arbeitsplätze für 70 ehemalige Mitarbieter_innen der Reinigungsfirma Klüh am Flughafen sind gesichert. Das teilte soeben die Gewerkschaft IG Bau und der DGB Düsseldorf mit.
14.06.2017
Grand Départ : 3. Rheinbahnbus und Sponsorengelder

Grand Départ: 3. Tour-Bus der Rheinbahn - Einnahmen steigen auf über 7,9 Millionen

Jetzt wurde der nun 3. Rheinbahn-Bus zum Start der Tour de France von Oberbürgermeister Thomas Geisel und Rheinbahn-Vorstandssprecher Michael Clausecker sowie den neuen Unterstützern präsentiert. Auch dieses Mal haben sich Premium-Sponsoren mit einem Werk von Andreas Gursky und Team Düsseldorf 2017-Partner einen Platz auf einem Bus gesichert. Zusätzlich überreichte Oberbürgermeister Thomas Geisel jedem Unterstützer sein individualisiertes und gerahmtes Radtrikot.
01.06.2017
Sonntagsöffnungen: Verwaltungsgericht sagt Nein

Sonntagsöffnungen Teil 3: Verwaltungsgericht sagt Nein – Kommentar und Bericht

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat die Sonntagsöffnung in Bilk / Unterbilk am 11. Juni untersagt. Damit hat die Gewerkschaft Verdi sich mit der dritte Klag gegen Sonntagsöffnungen durchgesetzt. NDOZ veröffentlicht die Meldungen des Verwaltungsgerichts und Verdi und kommentiert.
18.02.2018
Der Kaufmann von Venedig, Premiere im D´Haus

Über marodierende Netz-Kommentare, Hass und Ausgrenzung: „Der Kaufmann von Venedig“ im Schauspielhaus

Wenn eine Gruppe Männer hasserfüllt „Jude“ brüllt, hallt das in Deutschland doppelt nach. Im „Kaufmann von Venedig“ Shakespeares, der am Samstag Premiere im D´Haus feierte, bringt die Inszenierung aber nicht nur ein Beispiel für Antisemitismus auf die Bühne. Es ist die „Leitkultur“ der Christen im Drama und „der Jude“, die uns zum Nachdenken zwingen über Hass, das Verharren in den eigenen Vorurteilen, über den verlorenen Respekt vor dem Anderen und dem Anderssein, vor marodierenden Kommentaren im Netz und hochmütigem beharren auf einem „Besser-Sein“. Und gar nicht nebenbei wird auch klar: es geht um globalisierten Handel, um Geld, um Kapital. Schließlich geht es ja um einen „Kaufmann“ im reichen, internationalen Venedig.
02.02.2018
„Düsseldorf first“ – Bürgerbühne des Schauspielhauses

Wie bringt man Stadtpolitik interessant auf die Bühne? Genau so! „Düsseldorf first“ der Bürgerbühne

Was manche Politiker nicht schaffen, ist der Bürgerbühne gelungen. Ein Stück von und mit Bürgern, aufgebaut wie eine Rats- oder Bezirksvertretungssitzung, „Düsseldorf first“ bringt Themen der Kommunalpolitik, aber auch die Einstellungen der Laien-Darsteller zur Stadtpolitik auf die Bühne. Grüne, SPD-Genossen, FDP-Mitglieder und ein CDU-Mitglied bringen zu Tagesordnungspunkten (TOP) Chaos oder Reden auf die Bühne, ebenso ein Anarchist und eine Sozialarbeiterin. Vorweg gesagt: Sie hatte die meisten Sympathien im Publikum. Denn die Zuschauer dürfen zu ganz vielen Fragen auch abstimmen.
23.01.2018
„Konsens“ – Premiere im Schauspielhaus

„#meetoo“, seelische Kälte und die Unfähigkeit zu kommunizieren: „Konsens“ Premiere im D´Haus

Konsens oder eben nicht, Kommunikation als Verständigung oder eben nicht: Autorin Nina Raine hat Gerichtsprozesse in England besucht und sich die Argumentationen der Anwälte in Vergewaltigungsprozessen ebenso wie der eingeschüchterten weiblichen Opfer genau angesehen. Da steht noch heute die Alltagssprache der Opfer und Zeugen gegen mehr oder weniger geschliffene juristische Formulierungen der Anwälte – mit Betonung auf juristisch. In „Konsens“ sind die Anwälte selbstgefällig, blasiert, doch das ist nur ein Aspekt der deutschsprachigen Uraufführung von Nina Raines „Konsens“ am Schauspielhaus.