In die Auseinandersetzung um die zukünftige Nutzung des Angermunder Sees im Norden der Stadt Düsseldorf kommt Bewegung: Am 19.02.2022 hat eine Delegation der nordrhein-westfälischen Grünen auf Einladung derBürgerinitiative „Angermunder See – besser für alle“ den Angermunder See besucht.
Mit von der Partie waren Mona Neubaur, Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in NRW und Spitzenkandidatin der Grünen für Landtagswahl 2022, Stefan Engstfeld, Mitglied des Landtags von NRW und Waldemar Fröhlich, Mitglied der Bezirksvertretung 5 der Stadt Düsseldorf. Nach eingehender Diskussion mit den Mitgliedern der Bürgerinitiative betonte Stefan Engstfeld, dass die Grünen mit der Errichtung eines Freibades und der Einrichtung einer Anglerzone am Angermunder See nicht einverstanden seien.
Die Bezirksverwaltung 5 der Stadt Düsseldorf beschloss auf einer Sitzung am 22.02.2022 in der „International School of Düsseldorf“ (ISD) in Kaiserswerth, dass die Möglichkeit einer geregelten Badenutzung in einem Teilbereich des Angermunder Sees geprüft werden sollte. Gleichzeitig soll das für den Angermunder See bestehende Vogelschlaggutachten überprüft werden, da dieses Gutachten bisher einer Nutzung des Angermunder See als Badesee entgegenstand.
Die Antragstellerin, Babette de Fries von der CDU, betonte, dass in erster Linie Ortsfremde aus anderen Stadtteilen Düsseldorfs für die Probleme am See verantwortlich seien.
Stellungnahme der Bürgerinitiative „Angermunder See – besser für alle“ zu den Beschlüssen der BV 5 Düsseldorf vom 22.02.2022
„Wir lehnen die Einrichtung eines Strandbades am Angermunder See rundherum ab, da eine solche Anlage den naturbelassenen Charakter des Sees vollständig zerstören würde. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum der für seine unberührte Natur berühmte See jetzt durch die Einrichtung einer Badeanlage seinen Charakter verlieren soll.
Außerdem sind die räumlichen Voraussetzungen für ein Strandbad am Angermunder See nicht gegeben. Ein Strandbad ist, wenn überhaupt, nur auf dem Gelände des anliegenden Windsurfing-Clubs-Angermund e.V. realisierbar. Dieser müsste bei der Einrichtung eines Freibades weichen. Wie die Stadt Düsseldorf dies den Mitgliedern des Clubs erklären wird, ist eine spannende Frage.
Der Angermunder See wird im Sommer von einer großen Anzahl von Menschen besucht. Diese werden an heißen Sommertagen in einem räumlich begrenzten Freibad keinen Platz finden. Es käme so zu Einlassbeschränkungen im Freibad. Es ist zu erwarten, dass abgewiesene Badegäste dann wie bisher alle Zonen des Angermunder Sees aufsuchen werden, was den Sinn eines Freibades, nämlich die Beruhigung des Sees, grundsätzlich in Frage stellt.
Außerdem ist die Parkplatzsituation in Angermund völlig ungeklärt, es gibt schlichtweg keine Möglichkeit neue Parkplätze für das Freibad einzurichten. Ein Freibad ohne dazugehörigen Parkplatz wird in den Sommermonaten den endgültigen Verkehrskollaps in Angermund bewirken.
Wir haben den Eindruck, dass die Äußerungen der Politikerin Babette de Fries darauf abzielen, allein die Innenstadtbevölkerung der Stadt Düsseldorf für die Probleme am See verantwortlich zu machen. Wir als Bürgerinitiative empfinden diese Sicht der Dinge als falsch und empörend.“